Elektro- und Haustechniksicherheit

Überflutete elektrische Anlagen, Hauptverteiler und Hausanschlusskasten sind eine lebensbedrohliche Gefahr. Oft werden zudem Schutzeinrichtungen unwirksam, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Deshalb gilt: Vor dem Betreten überfluteter Kellerräume muss die Elektroanlage unbedingt vom örtlichen Energieversorger außer Betrieb genommen werden.

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Überprüfung durch Profi erforderlich

Elektrische Anlagen müssen nach einer Überschwemmung von einem Elektroinstallateur oder dem örtlichen Stromversorger überprüft werden. Auch die Reparatur und Wiederinbetriebnahme gehört in die Hand der Experten. Der E-Check des Elektrohandwerks beispielsweise beinhaltet alle relevanten Überprüfungen. Informationen hierzu gibt es bei der örtlichen Elektroinnung oder beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Übrigens, auch durchnässte Haushalts- und Installationsgeräte dürfen ohne vorherige Instandsetzung nicht eingeschaltet werden. Es besteht die Gefahr eines elektrischen Schlages, außerdem können die Geräte Schaden nehmen.

Anforderungen an Hochwasserschutz beachten

Bei der Planung von Hausanschlusseinrichtungen sind die Anforderungen an den Hochwasserschutz zu berücksichtigen. So müssen in hochwassergefährdeten Gebieten der Hausanschlusskasten, die Zählerplätze mit den Mess- und Steuereinrichtungen sowie die Stromkreisverteiler entsprechend der zu erwartenden hundertjährigen Überschwemmungshöhe oder aber der örtlich festgelegten Überschwemmungshöhe angebracht werden. Stromkreise, die darunter liegen, gilt es durch Fehlerstrom-Schutzschalter mit einem Bemessungsfehlerstrom von mindestens 30 mA zu schützen.

Solaranlage: Die Gefahr auf dem Dach

Wer in einem Haus mit Fotovoltaik-Anlage wohnt, sollte nach einer Überschwemmung besonders vorsichtig sein – auch wenn das Stromnetz abgeschaltet ist. Solange Licht auf die Solarmodule fällt und sich der Wechselrichter sowie der Anschluss an das Stromnetz im Keller oder anderen überfluteten Hausbereichen befinden, besteht das Risiko eines Stromschlages oder einer Knallgasexplosion. Deshalb gilt: Solange die Installationen der Solaranlage beispielsweise im Keller noch unter Spannung stehen könnten, dürfen die überfluteten Räume nicht betreten werden.

Solaranlagen, deren Solargeneratoren nicht oberhalb der Überflutung abzuschalten sind, sollten generell durch den Fachmann abgeklemmt werden. Vor der Wiederinbetriebnahme steht die Überprüfung durch einen Elektriker oder Installateur an. Im Idealfall übernehmen die Mitarbeiter des Betriebs, der die Anlage errichtet hat, diese Aufgabe. Sie können mögliche Gefahren schnell ausschließen und notfalls die Anlage fachmännisch außer Betrieb setzen, bis sie trockengelegt und auf Schäden kontrolliert worden ist.